Orchideen sind eigenwillige Pflanzen, denn sie wissen genau was sie wollen und was nicht. So lieben sie viel Licht aber keine direkte Sonneneinwirkung. Sie möchten viel Feuchtigkeit aber keine nassen Füße. Die Diva der Blumen erwartet also einiges. Dennoch ist sie viel leichter zu pflegen als mancher Blumenliebhaber denkt. Nachstehend werden fünf Tipps aufgezeigt, wie die „Schöne“ ihre Blüten für lange Zeit präsentiert. 

Die Diva unter den Blumen - die Orchidee

Die Orchidee mit ihren zarten und sensationell schönen Farben, kann sich mittlerweile jeder Liebhaber dieser Pflanze leisten. Ihren großen Auftritt haben sie im Frühjahr und im Herbst. Die Farbenpalette reicht von sinnlichem Lila, über sensibles Weiß bis hin zu gelben und roten Exemplaren. Mit Purpurtönen, Rosatönen, saftigen Grüntönen und Brauntönen betört sie jeden Blumenliebhaber. Ebenso ist die Musterung der Orchideen keineswegs langweilig, denn die zarten Blüten können gemustert, gestreift oder fleckig sein. Wer sich mit den Diven etwas auseinandersetzt, der kann sie nach ihrer Hauptblüte im Frühjahr wieder zum Blühen bringen. Allerdings gehört dazu das richtige Hofieren, nämlich das richtige Gießen und die Pflege.

Die richtige Orchidee für den Anfänger

Wer ganz neu mit seiner Orchideenzucht anfangen möchte, der kann sich für die Sorte Phalaenopsis (Nachtfalterorchidee) entscheiden. Diese Art von Orchideen gibt es in Baumärkten oder Supermärkten oft zu sehr günstigen Preisen zu kaufen. Sie braucht keine anstrengende Pflege und ist daher die meistverkaufte Sorte der tropischen Orchideen. Natürlich handelt es sich dabei um sogenannte Massenware und nicht um Naturformen. Es sind oft namenlose Hybridzüchtungen, die robust, blühfreudig und preiswert sind. Oft haben diese Orchideen ein bis zwei Blütentriebe, die bereitwillig andere Triebe zeigen. Der Trieb beginnt meistens seitlich oder auch oben an der Pflanze. So kann die Phalaenopsis viele Monate mit schönen grazilen Blüten ihre ganze Schönheit präsentieren. 

Tipp 1: Die Orchideen mögen keine pralle Sonne und keine nassen "Füße"

Wächst die Orchidee in ihrer natürlichen Umgebung, so hat sie oft ein schützendes Blätterdach über sich. Deswegen sollte sie auch im Heim auf der Fensterbank nicht der prallen Sonne ausgesetzt sein. Am besten eignen sich West- oder Ostfenster. Die Orchideen halten nichts von trockener Luft, sie lieben es feucht, genau wie in ihrem Heimatland auch. Auch mag die Orchidee keine Tontöpfe, da die Feuchtigkeit in ihnen schnell verdunstet. Besser sind durchsichtige Kunststoffgefäße, die eine günstige Photosynthese herstellen. Man sieht die Orchidee im Blumenladen ebenfalls in speziellen Töpfen. Diese Gefäße haben seitwärts Öffnungen, durch das überschüssiges Wasser abfließen kann, wenn man es mit der Orchidee besonders gut gemeint hat.

Am besten man gibt auf den Topfboden kleine Stücke von Kiefernrinden eventuell mit Torfmoos gemischt. Somit entsteht eine gute Entwässerung des Bodens. Mit der zerkleinerten Kiefernrinde enthält die Orchidee ein Bodensubstrat. Die Kiefernrinde am besten im kochenden Wasser ein paar Stunden belassen, damit Schädlinge abgetötet werden können. Unter Umständen können auch Sand oder ein paar Stücke Holzkohle zugefügt werden. Damit entsteht eine Mischung die sehr wasser- und luftdurchlässig ist. Wasser enthält die Orchidee nicht mehr als zweimal die Woche, viele Blumenliebhaber sind der Meinung, dass auch einmal die Woche ausreichend ist. Statt von oben zu gießen, kann man den Topf auch ins Wasser stellen. Danach muss er aber gut abtropfen. 

Tipp 2: Die Diva der Blumen mag es gerne warm

Damit die Orchidee blühfreudig bleibt, sollte die Raumtemperatur nicht unter 18 ° Grad sein, besser wärmer. Zeigt die Diva ihre Launen und ist nicht blühfreudig, so kann sie für mehrere Wochen in einen 16-18 ° Grad warmem Raum gestellt werden. Damit wird die Blütenbildung angeregt. Dennoch sollte die Orchidee aber ohne diesen "Eisschock" blühen. Sehr vorteilhaft ist eine Luftfeuchtigkeit von mehr als 60 %. Gerade in den Wintermonaten bei der Heizperiode, ist die Raumluft sehr trocken. Dann können Schalen mit Wasser auf die Fensterbank gestellt werden, die dann für die notwendige Raumfeuchte sorgen. Auch das vorbeschriebene Wässern liebt die Orchidee sehr. 

Tipp 3: Richtig düngen - auch in der Ruhezeit

Treibt die Tropenschönheit nicht mehr, so befindet sie sich in der Ruhezeit. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt sie zu unterstützen. So gilt die Devise "nach der Blüte, was ungefähr im Mai ist, sollte die Orchidee mit einem handelsüblichen Flüssigdünger bis etwa August alle 3 bis 4 Wochen gedüngt werden. Danach nicht mehr düngen. Im Herbst, wenn früh die dunkle Jahreszeit anbricht, kann die Pflanze den Dünger nicht mehr richtig umsetzen. Dazu braucht sie nämlich das Sonnenlicht.

Tipp 4: Verblühtes richtig kürzen

Wenn die Orchideenstiele abgeblüht sind, sollte die Pflanze, allerdings nicht zu stark, gekürzt werden. Sie sollte so geschnitten werden, dass sie nur zwei oder drei "Augen" hat. An diesen Stellen treiben neue Blütenrispen aus. Die Verdickungen sind nämlich "schlafende" Knospen. Es kann bis zu drei Monaten andauern, bis sich die Knospen öffnen. Wenn die Zeitspanne ohne Blüten aber länger andauert, sollte sie wieder in einen kühleren Raum gestellt werden. Die Blütenbildung wird bei 15-16 ° Grad angeregt. Siehe auch: Blumen anschneiden.

Tipp 5: Ab und Zu braucht die tropische Schönheit einen neuen Topf

Ans Umtopfen sollte man alle zwei bis vier Jahre denken. Aber erst wenn die Blütezeit vorbei ist und die Blütenstiele braun sind. Dabei ist altes Pflanzmaterial von den Wurzeln zu entfernen, um so einer Fäulnis durch Bakterien und Pilze vorzubeugen. Auch gilt es auf das Material des Blumentopfes zu achten. Von Tongefäßen wird abgeraten, besser sind schwarze oder durchsichtige Kunststoffbehälter. Blumenerde ist ein No Go, es muss bei der Orchidee spezielles Orchideen Substrat verwendet werden. Diese ist lockerer und hat eine hohe Wasseraufnahme. 

Auf was muss noch besonders geachtet werden?

Wenn die Blätter der Orchidee runzelig aussehen, mag das daran liegen, dass die Pflanze zu wenig Wasser hat. Aber es kann auch das Gegenteil bedeuten, nämlich dass sie zu viel Wasser hat. Sind nämlich die Wurzeln abgestorben, kann die Pflanze kein Wasser mehr speichern. Trotz regelmäßigen Gießens stirbt die Pflanze ab. Die Wurzeln der Orchideen müssen prall und leuchtend-grün sein. Sind sie das nicht, so ist das ein Zeichen, dass die Wurzeln abgestorben sind. Zeigt sich also eine Veränderung an den Blättern, sollte direkt geprüft werden, ob die Wurzeln noch intakt sind. Wenn die Blätter gelb und trocken sind, ist das ein Zeichen, dass die Pflanze altert. Das aber ist kein Grund zur Sorge. Auch eine Diva ist einem Alterungsprozess ausgeliefert. 


PS: Wer seine "Diva der Fensterbank" im Winter kauft, sollte wissen, dass die Pflanze Kälte nicht mag. Deshalb sollte man sie gut verpackt nach Hause tragen.