Wer einen herrlichen blühenden Strauß in der Vase zu Hause stehen hat, möchte natürlich, dass dieser auch entsprechend lange seine Pracht behält. Damit dies gewährleistet ist, müssen die Blumen unmittelbar nachdem sie gekauft oder gepflückt wurden, ins Wasser gestellt werden. Schon eine Viertelstunde ohne Wasser führt dazu, dass sich die Außenmembran der Blume schließt. Dadurch kann sie weniger Flüssigkeit aufnehmen. Der Blumenanschnitt kann auf unterschiedliche Weise durchgeführt werden, deren Wahl sich nach der jeweiligen Pflanzenart richtet.

Blumen anschneiden: Der Klassiker

Heutzutage am häufigsten praktiziert wird der schräge Anschnitt, der sich für die meisten Blumen auch perfekt eignet. Die Wasseraufnahme bleibt mit einem Querschnitt durch den Stängel optimal gewährleistet. Wer hier einfach einen geraden Schnitt durchführt, erzeugt eine kleinere Fläche, als sie durch den schrägen Anschnitt erzeugt wird. Hier bietet sich der Vergleich mit einem Holzstück an. Wird dieses schräg angeschnitten, ist die dabei entstehende Fläche deutlich größere als bei einem geraden Schnitt. Das ist deutlich erkennbar. 

Die größere Oberfläche beim Stängel bietet gleich mehrere Vorteile. Denn einerseits wird so der maximale Wassersog der Pflanze gewährleistet, andererseits wird eine eventuell auftretende Verstopfung der Kanäle der Pflanze durch Mikroorganismen oder andere negative Faktoren deutlich erschwert. Wichtig ist, dass der schräge Schnitt über die komplette Breite der Sprossachse geführt wird. Bei einigen Schnittblumen, die über einen harten Stängel verfügen, kann es zusätzlich zum Anschneiden Sinn machen, die holzige Sprossachse zu spalten oder aber die Rinde darauf abzuschälen.

Diese Methode wird in etwa an den unteren fünf bis zehn Zentimetern des Stängels ausgeführt, damit erhöht sich ebenfalls die Fläche zur Wasseraufnahme. Diese kann nämlich in der Folge auch über die seitlichen Sprossachsen erfolgen, was natürlich zu einer besseren Versorgung mit Flüssigkeit und als Konsequenz zu einer längeren Lebensdauer der Blume führt.

Rosen bevorzugt schräg anschneiden

Neben sämtlichen Blumen, die einen harten Stängel haben, sind es vor allem Rosen, die einen schrägen Anschnitt benötigen. Der Grund liegt darin, dass gerade diese sehr viel Wasser benötigen und dieses durch die größere Fläche gut ziehen können. Um den Schnitt durchzuführen, eignet sich ein sehr scharfes Messer am besten, das entsprechend schräg am Blumenstiel angesetzt wird. Dann sollte das Messer mit Druck direkt nach unten geführt werden, wobei es durchaus in Ordnung ist, wenn die Rose durch den Anschnitt um drei bis fünf Zentimeter gekürzt wird.

Wer seiner Rose im Anschluss noch etwas Gutes tun möchte, sollte ihren Stiel unmittelbar nach dem Anschneiden noch für knapp fünf Minuten in heißes Wasser tauchen. So werden eventuell an den Stängeln vorhandene Bakterien perfekt abgetötet und die Freude an der herrlichen blühenden Rose bleibt länger erhalten. In der Vase haben Rosen übrigens nach dem Anschnitt am liebsten lauwarmes Wasser, wobei sie sich am wohlsten fühlen, wenn sie nicht mit anderen Blumen zusammen in der Vase stehen.

Harte Stiele benötigen schrägen Anschnitt

Grundsätzlich können Blumenfreunde davon ausgehen, dass Schnittblumen, die einen harten oder sogar holzigen Stiel haben, mit einem schrägen Anschnitt längere Blühkraft entwickeln. Dazu zählen in erster Linie Sonnenblumen, aber auch Flieder oder Chrysanthemen. Wichtig ist immer, dass die Blumen unmittelbar nach dem Anschnitt für eine knappe halbe Minute in heißes Wasser getaucht werden und erst anschließend in die Vase kommen sollen. Um länger Freude an der blühenden Pracht zu haben, ist es natürlich wichtig, regelmäßig frisches Wasser nachzufüllen.

Einige Blumen bevorzugen einen geraden Schnitt

Neben den Blumen, die aufgrund des harten Stiels einen schrägen Anschnitt benötigen, gibt es auch solche, die es lieber gerade mögen. Dabei sind vor allem die bunten Gerbera und Tulpen zu nennen. Auch Gladiolen und Lilien gehören zu den Sorten, die einen eher weichen Stiel haben. Damit ist klar, dass hier ein gerader Schnitt, der in etwa zwei oder drei Zentimeter Länge kürzt, perfekt geeignet ist, um die Haltbarkeit zu erhöhen.

Wichtig ist, dass dieser mit einem scharfen Messer und nicht mit einer Schere durchgeführt wird. Denn letztgenannte kann den Stängel eher quetschen als schneiden und möglicherweise dadurch Beeinträchtigungen hervorrufen, die der kompletten Blume eher Leiden bringen als Wohltat. Gerade wenn der Stängel gequetscht wird, passiert es schnell, dass es zu keiner genügenden Wasseraufnahme mehr kommen kann. 

Schon gewusst? Weitere Methoden des Anschneidens

Neben dem schrägen und geraden Anschnitt gibt es noch zusätzliche Methoden, um die Lebensdauer von Blühern zu erhöhen. Die Narzisse etwa muss ausgeschleimt werden, da im Schleim durchaus giftige Stoffe enthalten sein können, die der Blume schaden. Die Pflanze wird dabei einfach angeschnitten und anschließend in ein separates Gefäß gestellt. Während der kommenden 24 Stunden kann die Blume schädliche Stoffe einfach ausscheiden und erfreut in der Folge, wenn sie dann in einer Vase mit klarem Wasser Platz gefunden hat, ihre Betrachter.

Eine ebenfalls selten angewandte Methode ist das Abkochen bzw. Anbrennen, das bei Pflanzen mit viel Milchsaft wie Mohn und Euphorbien angewandt wird. Dabei wird das Sprossachsende für fünf Minuten in kochendes Wasser getaucht und lässt diese für ca. zehn Sekunden drinnen.